Nach der „Christkatholischen Handpostille”

Nikolaus wurde nach der Legende zu Patara in Kleinasien von reichen und zugleich gottesfürchtigen Eltern geboren. In seiner Jugend oblag der dem Gebet, fastete häufig und las viel in der heiligen Schrift. Herangewachsen, nahm ihn sein Onkel, der Bischof von Myra, in die Zahl seiner Kleriker auf. Nikolaus wurde Priester.

Nach dem Tode der Eltern verkaufte er seinen Besitz und gab den Erlös den Armen. Einem verarmten Edelmann, dessen drei Töchter aufs äußerste gefährdet waren, weil sie, ohne alle Mitgift, nicht verheiratet werden konnten, legte er heimlich Geld in die Wohnung, so dass sie nun Männer fanden.

Von einer Reise ins Heilige Land zurückgekehrt, wurde Nikolaus zum Bischof von Myra erwählt. Als Bischof führte er für sich das Leben eines Mönchs in Einfachheit, Frömmigkeit und strenger Abtötung. Sein hohes Amt verwaltete er mit Kraft und Umsicht. Während der Diokletianischen Christenverfolgung hatte er schwere Unbilden zu dulden. Später nahm er an der Kirchenvesammlung von Nicäa teil.

Mancherlei Wundertaten werden aus dem Leben des Heiligen berichtet. Zweimal rettete er durch sein Gebet sturmgefährdete Schiffer vor dem sicheren Untergang. Drei heimlich ermordete Kinder erweckte er vom Tod und gab sie den Eltern zurück. Einer kranken Frau gab er durch das Kreuzzeichen die Gesundheit zurück.

Nikolaus starb um das Jahr 360, mit den Worten: „Herr, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!” Sein heiliger Leib wurde 1087 nach Bari in Süditalien übertragen und ihm dort eine Kirche erbaut.

© P. Leonhard Goffine: Christkatholische Handpostile. Ein Buch häuslicher Belehrung und Erbauung. Mainz 1690 (hier: Donauwörth 1926)

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