Die Auferweckung eines Knaben

Durch einen schweren Traum seiner Gattin erschreckt, besucht ein frommer Mann aus der Lombardei mit ihr am Nikolaustage die Kirche. Während ihrer Abwesenheit wird ihr Knabe, der allein zu Hause geblieben war, vom Teufel, der in der Gestalt eines Pilgers zu dem Hause gekommen war, getötet. Die zurückkehrende Mutter sieht darin die Erfüllung ihres Traumes. Aber trotzdem feiern die Eltern wie alljährlich das Fest des Heiligen. Viele Geistliche sind dazu versammelt. Sie sollen nichts von dem toten Kinde erfahren. Die Leiche wird deshalb in einem Nebenraume verborgen. Da kommt der ebenfalls als Pilger verkleidete hl. Nikolaus zu dem Hause und wird aufgefordert, am Feste teilzunehmen. Er wünscht aber in dem Raume zu speisen, in dem das tote Kind liegt. Als Nikolaus es findet, erweckt er es wieder zum Leben und verschwindet. Darauf erzählt der Knabe, wie es ihm ergangen war.

© Karl Meisen: Nikolauskult und Nikolausbrauch. Düsseldorf 1931.

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