Heilige Nikolaus zu Burtscheid

Nikolaus-Legenden des Cäsarius von Heisterbach. Der „Dialogus Magnus Visionum Atque Miraculorum” des Cäsarius von Heisterbach wurde um 1220 - wahrscheinlich im Zisterzienserkloster Heisterbach (1192 - 1803) - verfasst. Im Kloster Burtscheid bei Aachen ist ein ellengroßes Bild, das den seligen Bischof Nikolaus vom Nabel an aufwärts darstellt. Der selige Gregorius, der Sohn des Königs von Griechenland, jenes Klosters erster Abt und Gründer, hat es hingebracht. Es soll dasselbe Bild sein, das ein Barbar, wie man in den Wundern des heiligen Nikolaus liest, raubte und zur Behütung seines Zollhauses bestimmte, wodurch er dann zum Glauben bekehrt ward, da er seine Habe verlor und sie, als er das Bild schlug, wiedererhielt. Oft hat sich seine Kraft gezeigt, besonders bei Schwangeren. Als es einst in das Haus einer angesehenen Frau, die in Wehen lag, gebracht ward, wo man es ihr gegenüber an die Wand hängte, da sahen alle Anwesenden, wie im Augenblick der Geburt das Bild, um die Gebärende nicht zu betrachten, sich umdrehte. Es ist auf diesem Bilde das Antlitz lang und mager, sehr ernst und ehrwürdig. Die Stirn ist kahl, die Haare des Kopfes wie des Bartes grau. Als jüngst die Mönchen den Ort verließen, erhielten ihn Nonnen unseres Ordens zugleich mit dem Bilde.

© Von Geheimnissen und Wundern des Caesarius von Heisterbach. Ein Lesebuch von Helmut Herles. Bonn: 1991

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